CIBA VISION

Klassifikation von Spaltlampen-Befunden


Ein praxisnahes Handbuch für Kontaktlinsenanpasser
Von Wolfgang Sickenberger

Die Spaltlampe als Gerät zur mikroskopischen Beobachtung der Morphologie des Auges ist heute das wichtigste Hilfsmittel bei der Anpassung von Kontaktlinsen und darf in keiner Kontaktlinsenpraxis fehlen. Die Beobachtungen vor und während der Anpassung von Kontaktlinsen müssen genauso bewertet und dokumentiert werden wie die Befunde, die bei den regelmäßig durchzuführenden Verlaufskontrollen erhoben werden.

Der Autor, Wolfgang Sickenberger, ist als Leiter der Abteilung Professional Service der Firma CIBA Vision, als Lehrbeauftragter im Fach Kontaktlinse an der FH Aalen und als Referent bei Fortbildungsseminaren und verschiedenen Fachtagungen mit der Thematik das Buches in den letzten Jahren häufig in Erscheinung getreten. Sein Anliegen, die systematische Erfassung, Strukturierung un Beurteilung bei der sichtbaren Veränderung am vorderen Auge, hat er zahlreichen Seminarteilnehmern und Studenten in mündlicher und praktischer Form nahegebracht und präsentiert sie hier erstmalig in Buchform.

Warum Klassifizierung

Während es in der Vergangenheit auch üblich war, z.B. Bindehautbefunde als "unauffällig, mäßig gerötet, leicht gerötet, stark gerötet" oder auch "sehr stark gerötet" anzugeben, wird diese Art der Dokumentation allgemein weltweit als nicht mehr zeitgemäß betrachtet. In internationalen optometrischen und ophthalmologischen Forschungsinstitutionen wird seit langem eine standardisierbare Klassifizeirung angestrebt und entsprechende Klassifizierungsschlüssel erarbeitet. Diese standardisierte Klassifizierung ermöglicht eine genauere Situationsbeschreibung, Verlaufskontrolle und verbesserte Kommunikation zwischen unterschiedlilchen Untersuchern. Neben der verbesserten Möglichkeit statistischer Analysen ist auch eine bessere interdisziplinäre Befundmitteilung von Vorteil. Nicht zuletzt gibt die standardisierte, differenzierte Befunddokumentation nach internationalen Standard dem Anpasser eine erheblich bessere Position in möglicherwiese in der Häufigkeit zunehmenden Auseinandersetzungen mit Kontaktlinsenträgern, die durch eine Stärkung ihrer Rechte und durch die verschärfte Wettbewerbssituation zukünftig prozeßfreudiger werden können.

Das Buch, 145 Seiten, Hardcover im A4-format, gliedert den Stoff in 4 Kapitel. Zu Beginn werden die zugrunde liegenden Klassifizierungsschlüssel und die Notwendigkeit ihrer Anwendung erläutert. In weiterem Verlauf folgt der Autor der allgemein üblichen Vorgehensweise zur Untersuchung der vorderen Augenabschnitte. Ausführlich werden Möglichkeiten zur Beurteilung der Tränenqualität und -menge beschrieben. Die Darstellung der Normalbefunde sowie mögliche auffällige Befunden werden gemeinsam mit den möglicherweise zugrunde liegenden Ursachen beispielhaft erläutert.

Dieser Systematik folgt der Autor auch bei den nachfolgend gezeigten Befunden von Lidern, Bindehaut, Hornhaut, Vorderkammer, Iris und Augenlinse. Als Fachbuch für die Kontaktlinsenanpasser konzentriert sich der Autor auf die kontaktlinsenrelevanten Veränderungen sowohl in Hinsicht auf die Ursache der Erscheinungen als auch auf deren Bedeutung für die Möglichkeit der Kontaktlinsenanpassung oder eventuelle Kontraindikationen. Die Bewertung einzelner Befunde mit möglicherweise zugrunde liegenden oder vergesellschafteten pathologischen Befunden wird sorgfältig und vorsichtig vorgenommen. Hierdurch wird die empfohlene augenärztliche Abklärung auch bereits dann empfohlen, wenn die Möglichkeit einer pathologischen Abweichung möglich scheint. Dies gibt besonders dem wenig erfahrenen Einsteiger wichtige Hinweise.
Systematisch steht der jeweilige Leitbefund im Vordergrund. Veranschaulicht wird der Befund durch jeweils ein oder mehrere Abbildungen, die teilweise mit unterschiedlichen Beleuchtungsarten und/oder unterschiedlichen Vergrößerungen aufgenommen wurden, um die speziellen Merkmale des Befundes deutlicher heraus zu arbeiten.
Wenn es der Veranschaulichung dient, werden die Abbildungen durch schematische Darstellungen ergänzt, was besonders bei Veränderungen in unterschiedlichen Schichten der Hornhaut zum besseren Verständnis beiträgt. In den meisten Fällen werden die Informationen über die beschriebenen Befunde anschließend in Fallbeispielen vertieft. Hierbei werden zunächst die Symptome (subjektive Befunde) und die objektiven Befunde aufgelistet.
Danach wir der Befund bezüglich seiner Entstehung (Ätiologie) und seines voraussichtlichen Verlaufes (Prognose) erläutert. Zum Schluß wird das weitere Vorgehen, also die einzuleitenden Maßnahmen beschrieben. Der gleichen Systematik folgt die Beschreibung der Ablagerungen auf bzw. in Kontaktlinsen.

In ergänzenden allgemeinen Teilen des Buches werden Arbeitshilfen wie Karteikartenmuster, verschiedene Grading Scales und Muster eines Anamnesebogens vorgestellt.

Fazit: Das Buch stellt eine gelungene Bereicherung der deutschsprachigen Fachliteratur für Kontaktlinsenanpasser dar und ist sowohl für den Neuling als Lernhilfe als auch für den erfahrenen Anpasser als Nachschlagewerk sehr empfehlenswert.

Das Buch ist erhältlich bei der
CIBA VISION Vertriebs GmbH
Bauhofstr. 16
63762 Großostheim

Anschrift des Autors:
Stefan Schwarz F.A.A.O.
Diplomate in Cornea & Contact Lenses
Optometrist/MCOptom
Hindenburgplatz 3
D-31134 Hildesheim
email: s.schwarz@optometrie-schwarz.de
www: www.optometrie-schwarz.de